KURZCHRONIK          

Die meisten Daten entstammen der Chronik der Stadt Schärding von Joh. Ev. Lamprecht

Bereits vor 1472 bestand in Schärding die Feuerschützen-Gesellschaft. Es war Pflicht eines jeden wehrhaften Bürgers, Mitglied der Feuerschützen Gesellschaft zu sein. Damals war das sogenannte Stachelschiessen üblich.
Im Jahre 1479 wird Heinrich Feldner als herzoglicher Büchsenmacher zu Schärding genannt.
“ Ein Büchsenmacher musste verstehen die Kunst des Büchsenschiessens mit großem Werk, Feuerwerfen und andere Künste. Der Büchsenmacher war also in damaliger Zeit was jetzt der Artillerieleiter in unseren Festungen ist. Er hatte einen gedeckten Stiegengang zum Pulverturm und dem Zeughaus.“

Unter Herzog Max I. (1504) mussten alle waffenfähigen Bürger in den Waffen üben, ja selbst marsch- und schlagfertig halten; denn sie sollten nicht nur die Stadt verteidigen, sondern nötigenfalls eine den Heerbann unterstützende und ergänzende Reserve-Miliz bilden; die Schärdinger bildeten eine eigene Truppenabteilung mit eigenen Landfahnen unter dem Befehl des Stadthauptmannes ( der Hauptmann war zumeist der Pfleger oder Landrichter des Gerichtes).

Im Jahre 1536 entstanden die Bürgerrechtstaxen; jeder neu aufgenommene Bürger musste eine gewisse Taxe an die Stadtkammer erlegen und soferne er waffenfähig war, musste er sich der vom Herzog errichteten Bürgermiliz einverleiben lassen und wurde nur gegen Vorzeigung der nötigen Armatur und Montur vor dem Stadthauptmanne als Bürger immatrikuliert.

Im Jahre 1536 findet in Regensburg ein großes Scheibenpreisschiessen statt, bei dem mehrere Schärdinger Bürger als Preisträger genannt werden.

Im Jahre 1555 veranstaltete die Bürgerschaft von Passau zu Ehren ihres geliebten Landesherren und Fürstbischof  Graf  von Salm das erste große Scheibenschiessen mit Kugelbüchsen. Zu diesem Zwecke wurden Schützenbriefe mit Einladungen nach Bayern, Österreich, Franken, Schwaben, Tirol, usw. versendet. Es erschienen 200 Schützen; auch Schärdinger waren bei diesem Schützenfest vertreten und erzielten einige Preise.

Ab 1616 musste außer der regulären Miliz der Heerbann armiert werden. Hierzu gehörten alle waffenfähigen Bürger in Städten und Märkten, und diese wurden an Sonn- und Feiertagen in den Waffen geübt. Solches geschah auch zu Schärding, wo jeder waffenfähige Bürgerssohn oder Insasse nur nach Vorzeigung der Montur und Armatur vor dem Stadthauptmanne des Bürgerrechts teilhaftig werden konnte. Die Munition wurde aus dem Zeughaus im Schloss bezogen.

Im Jahre 1620 spendete der Stadtbürgermeister Peter Jebinger in die Lade der Schützen- und Schützengesellen 100 Gulden, damit “das jährliche Interesse hievon an Petri- und Pauli Tagen verschossen werde.“ Außerdem wurden auch alljährlich von der Stadtkammer 10 Gulden als Hosengeld für den Schützenmeister ausgeworfen.

Im Jahre 1623 wurden die angelegten Festungswerke und Wälle zu Schärding erneuert und verbessert.

Im Jahre 1654 machten die kurfürstlichen Kriegsräte den Vorschlag die Landfahnen wieder herzustellen. Die kurfürstliche Hofkammer gab dagegen im Jahre 1655 die Erklärung ab, dass die Wiederaufrichtung der Landfahnen nicht rätlich sei, doch möge man verfügen, dass das Zielschiessen in den Städten und Märkten wieder in Aufnahme komme und die Bürger mit dem Gewehr abgerichtet werden.

Im Jahre 1661 wurde das Zielschiessen, “ durch welches neben einer Recreation nicht allein die Zeit ehrlich zugebracht, sondern auch vom Trunk und anderen schädlichen Dingen abgehalten wird“ , den Bürgern und Beamten empfohlen.
“ Seit jener Zeit rühren die Schiessübungen in der vormals vor dem Allerheiligentore links gegen die Wasserbastei befindlich gewesene Schiessstätte, auch heute besteht wohl noch eine Schützengesellschaft deren Mitglieder sich in der vor dem Oberen Tore ( Linzer Tor) gelegenen Schiesshütte zur Sommerszeit, unter Aussetzung von Gewinnsten, in der Schussfertigkeit sich übten und unterhielten.“

Am 8. Dezember 1705 wurde Christian Zwigler zum Kommandanten der Stadt Schärding bestellt. Vorher war der kaiserliche Kommandant ein Mann namens Bittner.

Der Kurfürst von Bayern ließ im Jahre 1712 die Steuern erhöhen und die sogenannten Landfahnen aufstellen. Die Landfahne wurde aus den besten jungen Leuten (17 – 32 Jahre) gebildet.

Am Frohnleichnamstag (18. Juni) 1724 wurde die Stadt von einem großen Brandunglück getroffen. Bei der feierlichen Prozession dieses Tages zog die Bürgergarde zur Parade aus und machte beim vierten  Evangelium Front gegen das damals Jammerbausche Handlungshaus ( Nr.61 ), in dessen Dachboden ein ziemlicher Pulvervorrat aufbewahrt stand. Beim Abfeuern der üblichen Salve flog eine Patrone durch das offene Dachbodenfenster auf eines der Pulverfässer, entzündete es, und es erfolgte eine gewaltige Explosion, die nicht nur das rückwärts gelegene kurfürstliche Schloß, sondern auch die anderen Häuser in Brand setzte ( 32 Häuser).

Wärend der bayerischen Regierungsperiode von 1810 – 1816 mußten auf königlichen Befehl in Städten und größeren Märkten Nationalgarden gebildet werden. Auch in Schärding bildete sich eine Füseller-Companie unter dem Kommando des Bierbrauers Anton Wieninger, welche sämtliche Waffen- und Wachdienste zu versehen hatte.

1848 Laut der gegebenen Konstitution trat auch in Schärding die Wehrhaftmachung der Bürger d.i. die Errichtung einer Nationalgarde aus den Elementen des Bürgerstandes in Kraft, und wurde auf 150 Mann gebracht, die unter den Auspicien und der Leitung des Franz Salzinger, vormaligen k.k. Offizier, eingeübt, armiert und montiert wurden.

Den 21. Oktober 1848 wurde das Weihfest der für diese Nationalgarde bestimmten, von der Fahnenmutter Crescentia  Wernspacher gespendeten Fahne, unter der Teilnahme von Garden aus Ried, Obernberg, Braunau, Passau, Griesbach und Rotthalmünster  und verschiedener Deputationen, im Besein einer beträchtlichen Volksmenge, unter freudigem Jubel begangen und die Stadt prangte bei diesem Anlasse im herrlichen Festgewande“.

Im Heimatmuseum befindet sich eine Fahne der Feuerschützen-Gesellschaft aus dem Jahre 1848 (1820 ?).

Laut Patentes vom 25. August 1851 wurde das Institut der Nationalgarden aufgelöst, die Gardefahnen und die Waffen mussten nach Linz abgeliefert  werden, für die Fahne folgte eine Vergütung von 18 Gulden.

Im Jahre 1864 feierte die Stadt Schärding das 500-jährige Jubelfest  des ihr unter`m 24. September 1364 durch Erzherzog Rudolf  IV. von Österreich verliehenen Stadtprivilegiums und zwar mit folgendem Festprogramm:

Am 24. September früh um 7 Uhr Morgengruß mit Musik, Kanonensalven, Beflaggung der Häuser, um 9 Uhr Pontificalamt durch den Stiftsprobst von Reichersberg.
Um 12 Uhr Auszug der Schützen auf die städtische Schießstätte und Eröffnung des Festschießens, dessen Schluß am 26. September um 5 Uhr abends mit Verteilung der Preise an den Bestgewinner endete.
Am 24. September abends Zapfenstreich und Kanonensalven durch die Schützen und musikalische Soireè durch die Liedertafel.

Unterm 24. April 1884 wurde einstimmig beschlossen, die vor dem Oberen Tore befindliche städtische Schießstätte in den Stadtgraben an Herrn Dr. med. Friedrich Knörlein um 1800 Gulden zu verkaufen, wodurch die Stadt von einer gefährlichen Nachbarschaft entledigt wurde“. Orginaltext aus der Chronik.
Seit  April 1884 ist diese vor dem oberen Tore befindlich gewesene Schießstätte wegen „Feuergefährlichkeit“ beseitigt.

Dafür wurde im Jahre 1888 im Krautgarten unterhalb des Gottesackers am Inn eine neue Schießstätte mit gemauertem Schießhaus und Kugelfang ausgerichtet und dahin vom Allerheiligentore aus, längs des Innufers ein Dammweg angelegt.
Doch leider wurde auch dieses Schützenhaus wieder verkauft, sodaß in den Jahren 1960-61 in Marienthal ein neues Schützenhaus erbaut werden musste.

In den darauffolgenden Jahren kam das Schützenwesen in Schärding total zum Erliegen.

Erst im Jahre 1978 bemühten sich einige Schärdinger wieder, den Schützenverein zu beleben, was sicherlich trotz vieler Schwierigkeiten sehr gut gelungen ist.

 

Bürgerliche Stadthauptleute:                 und               darauf folgende Oberschützenmeister:

ca.  1600 Wolf Schlipfenbacher                                  Franz Weber (Brauereibesitzer)
      1626 Johann Jebinger                                         Max Hirschenauer (einer der besten       
      1669 Andreas Lebel                                            Schützen Mitteleuropas)
      1690 Franz  Keckh                                             Otto Ebenhecht (Gründer der
      1710 Franz Johann Paul Bischer (bis 1730)           Kneippkuranstalt)
      1731 Johannes Matthias Zellner                           Kommerzialrat Anton Pfliegl
      1810  Anton Wieninger                                       Sebastian Linner
      1811 Franz Zellner                                             Adolf Hellmann (Dentist)
      1848 Franz Salzinger                                          Heinrich Forstinger (Gastwirt)
                                                                              Josef Koidl (Uhrengroßhändler)
                                                                              Franz Hirnsperger (Gendarmeriebeamter)
                                                                              Anton Kukra  (Installateurmeister)

                                                                              Heinz Gruber

                                                                              Eichberger Stefan

                                                                              Schönbauer Josef